Postcolonial Studies

Koordination: Wolfgang Stenzel

Vorhaben:

Die Focus Group greift ein lange vernachlässigtes, mittlerweile aber in den ehemaligen europäischen Kolonialnationen und den durch sie kolonialisierten Gesellschaften zentrales Thema auf. Postcolonial Studies und dekoloniale Theorie und Praxis sind in manchen, aber längst nicht in allen wissenschaftlichen Disziplinen bedeutend geworden, und sie finden immer mehr Aufmerksamkeit, nicht nur im Wissenschafts-, sondern auch im Kulturbereich und in einer breiteren Öffentlichkeit. Das Anliegen der Gruppe ist im Kontext dieser Diskussionen verortet.

Fachlich soll eine Analyse der Repräsentationsmedien (post)kolonialer Phänomene aus kultursemiotisch-philologischer Sicht im Zentrum der Tätigkeit der Gruppe stehen. Linguistik und Literatur/Kulturwissenschaft sind daher die disziplinären Trägerinnen der Fokusgruppe.

Von dieser Basis aus soll dann betrachtet werden, in welchen einzelnen Disziplinen post/dekoloniale Studien ein etablierter Teil der Fachkultur und des Fachzuschnitts sind, und in welchen Disziplinen das von der Sache her sinnvoll wäre, aber noch nicht realisiert ist. Die Focus Group zielt darauf, den entsprechenden interdisziplinären Dialog zu fördern.

Außerdem wird eine vergleichende Perspektive auf unterschiedliche europäische Formen, Varianten und Strategien des (Post)Kolonialismus und des post/dekolonialen Umgangs damit entwickelt.

Anliegen der Focus Group ist die standortübergreifende Entwicklung post/dekolonialer Diskussionen vor allem in den Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften. Dabei werden bisherige Kooperationsbeziehungen im Nordwesten unter Berücksichtigung einer Kooperation mit der Universität Aix-Marseille und dem IMéRA in Marseille aufgegriffen. An der Universität Oldenburg ist das Thema verankert durch die Schaffung einer Juniorprofessur (mit Tenure Track-Option) sowie als zentrales Themenfeld in einer Reihe interdisziplinärer Verbundprojekte. An der Universität Bremen ist der Forschungsgegenstand wichtiger Teil der Verbundforschungsplattform Worlds of Contradictions (WoC) und des WoC-Lab Post/Kolonialität und Modernität. Die Zusammenführung verschiedener Initiativen gibt dem Wissenschaftsraum Nordwest in den Humanities wichtige Impulse und stärkt den Austausch in nationalen und internationalen Netzwerken.

Wichtig ist der Focus-Group auch der Kontakt mit außerakademischen Protagonist:innen, namentlich der Kunst.

Laufzeit: 01.09.2018 - 31.08.2021

Sprecher:

Prof. Dr. Martin Butler, Universität Oldenburg

Veranstaltungen:

Workshop „Koloniale Archive – Wissensordnung/Material“, 26. April 2019

Workshop „Transfers, Transnationalizations, Transdisciplinarity in Postcolonial Language, Literary and Cultural Studies”, 21. – 22. November 2019