Öffentliche Veranstaltung

Gemeingutbasierte Pflanzenzüchtung: Warum Sorten, die allen gehören, besser für's Klima sind

10. Oktober 2022

Prof. Dr. Stefanie Sievers-Glotzbach, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

 

Hagel, Starkregen, Trockenschäden – die Landwirtschaft in Deutschland steht durch den Klimawandel zunehmend unter Druck. Wie kann sich der Pflanzenbau an die klimabedingten Veränderungen anpassen und dafür sorgen, dass er gegen extreme Wetterereignisse widerstandsfähiger wird? Die privatwirtschaftliche Saatgutproduktion hat sich auf Hochertragssorten spezialisiert, die nur unter optimalen Anbaubedingungen gedeihen. Das macht die Pflanzen jedoch für Klimawandelfolgen besonders anfällig. Gemeingutorientierte Produzenten setzen hingegen auf dezentrale Entwicklung lokal angepasster Sorten, bieten nachbaufähige Sorten an und machen neu entwickelte Sorten frei zugänglich. Liegt in dieser Organisationsform ein Schlüssel zu einem klimarobusten Pflanzenbau?

Zeitraum
10. Oktober 2022 | 19:30 Uhr
Sprache
Deutsch
Veranstaltungsort
HWK Hörsaal (nur mit Anmeldung auf https://hanse-ias.de/anmeldung)
oder ONLINE auf https://hanse-ias.de/digital
Barrierefreiheit
barrierefrei
Organisatoren
Bijan Kafi, Hanse-Wissenschaftskolleg
Art der Veranstaltung
Öffentlicher Vortrag

Weitere Informationen

Stefanie Sievers-Glotzbach beleuchtet in ihrem Vortrag, dass Klimaschutz beim Saatgut anfängt. Sie zeigt auf, wie die Ausgestaltung von Pflanzenzüchtung und Saatgutproduktion Einfluss nimmt auf die Resilienz des landwirtschaftlichen Systems, also dessen Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit gegenüber Störungen. Zudem stellt sie die Ergebnisse einer aktuellen Studie vor, die Ziele und Vorgehensweisen gemeingutorientierter und privatwirtschaftlicher Saatgutproduzenten miteinander vergleicht. 

Die Rednerin

Stefanie Sievers-Glotzbach ist Juniorprofessorin für das Fachgebiet Ökonomie der Gemeingüter am Department für Wirtschafts- und Rechtwissenschaften der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Zuvor arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur Ökologische Ökonomie der Universität Oldenburg. Sie studierte Umweltwissenschaften und promovierte in der Nachhaltigkeitsökonomie, beides an der Leuphana Universität Lüneburg . In ihrer derzeitigen Forschung fokussiert sie sich auf den Koordinierungsansatz der Gemeinschaftsgüter (Commons), die Analyse sozial-ökologischer Transformationsprozesse sowie die Resilienz landwirtschaftlicher Systeme. Von 2016-2022 leitete sie die Forschungsgruppe „Right Seeds“ , welche in enger Kooperation mit Initiativen, Netzwerken und Sozialunternehmen in Deutschland und auf den Philippinen das Potenzial gemeingutbasierten Saatguts für eine nachhaltige Landwirtschaft untersucht.