Öffentliche Veranstaltung

Nicht ohne uns! Chancen und Grenzen gesellschaftlichen Engagements in den Wissenschaften

19. September 2022

Jubiläumsvortrag HWK

Prof. Dr. Mark Schweda, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

 

“Nothing about us without us” – mit diesem Slogan forderten Teile der Behindertenbewegung seit den 1990er Jahren Mitsprache in bioethischen Auseinandersetzungen um vorgeburtliche Diagnostik, Schwangerschaftsabbruch und Sterbehilfe. Darin kam nicht zuletzt Misstrauen gegenüber der Vorstellung einer objektiven, die Welt aus einer überlegenen Warte und unbeteiligten Distanz betrachtenden wissenschaftlichen Expertise zum Ausdruck. Inzwischen ist die Beteiligung von Betroffenen und Bürgerinnen bzw. Bürgern im Zeichen von partizipativer Forschung und “Citizen Research” zu einem zentralen Bestandteil zeitgemäßer wissenschaftlicher Praxis geworden. Der Vortrag geht der Frage nach den Chancen und Grenzen solchen gesellschaftlichen Engagements in den Wissenschaften nach. Dazu werden zunächst historische Hintergründe und ethisch-politische Grundlagen von Betroffenen- und Bürgerbeteiligung im wissenschaftlichen Bereich beleuchtet. Im Anschluss werden am Beispiel von Medizin und Biowissenschaften konkrete Formen, Funktionen und Herausforderungen partizipativer Forschung vorgestellt und erörtert. Der Vortrag schließt mit einem Ausblick, der zur Diskussion über das spannungsvolle Verhältnis von Wissenschaft, Gesellschaft und freiheitlicher Demokratie einlädt.

Foto: Miriam Merkel
Zeitraum
19. September 2022 | 19:30 Uhr
Sprache
Deutsch
Veranstaltungsort
Markthalle Delmenhorst


Raum: 2G+ Regel
Barrierefreiheit
barrierefrei
Organisatoren
Bijan Kafi, Hanse-Wissenschaftskolleg
Art der Veranstaltung
Öffentlicher Vortrag

Weitere Informationen

Der Redner

Prof. Dr. Mark Schweda ist Philosoph und Medizinethiker. Er leitet die Abteilung für Ethik in der Medizin am Department für Versorgungsforschung der Fakultät  VI – Medizin und Gesundheitswissenschaften der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Schweda studierte Philosophie und Germanistik in Berlin und Nottingham. Er war u. a. wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ethik und Geschichte der Medizin der Universitätsmedizin Göttingen und Junior Research Fellow for the Ethics of Living am Lichtenberg-Kolleg/Göttingen School for Advanced Study. Schweda verbrachte Forschungsaufenthalte an der University of Lancaster, der San Francisco State University und der University of California, Berkeley. Er ist u.a. Mitglied des Deutschen Ethikrates, der AG Ethik der Ständigen Kommission Organtransplantation der Bundesärztekammer sowie der Working Group for the Future of Ageing des Nuffield Council on Bioethics.