Öffentliche Veranstaltung

Streitkultur, Demokratie und Wissenschaft

12. September 2022

Jubiläumsvortrag HWK

Prof. Dr. Maria-Sibylla Lotter, Ruhr-Universität Bochum

 

Warum fühlen sich derzeit viele Bürger nicht mehr frei, ihre Meinung zu äußern? Welche Folgen hat das für die Demokratie? Maria-Sibylla Lotter erörtert an aktuellen Beispielen, dass Meinungsfreiheit nicht durch das Recht allein garantiert werden kann, sondern nur durch eine lebendige Streitkultur, die auf die Ausbildung individueller und kollektiver Tugenden angewiesen ist. Sie diskutiert verschiedene mit den heutigen Ideologien und technischen Entwicklungen (soziale Medien) verbundenen Risiken und Herausforderungen der freien Debatte in der Demokratie und der Wissenschaft. Dabei zeigt sich, dass die freie Rede gegenwärtig sowohl durch ein „zuwenig“ als auch durch ein „zuviel“ an spontaner Freimütigkeit bedroht wird: durch Sprechtabus, „safe spaces" und einen verängstigten Konformismus, aber auch durch Verleumdungskampagnen und ungezügelte Aggressivität insbesondere in den sozialen Medien.

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Zeitraum
12. September 2022 | 19:30 Uhr
Sprache
Deutsch
Veranstaltungsort
Hanse-Wissenschaftskolleg
Lehmkuhlenbusch 4
27753 Delmenhorst
Hörsaal (2G+ Regel)
Barrierefreiheit
barrierefrei
Organisatoren
Bijan Kafi, Hanse-Wissenschaftskolleg
Art der Veranstaltung
Öffentlicher Vortrag

Weitere Informationen

Die Rednerin

Maria-Sibylla Lotter studierte Philosophie, Religionswissenschaft und Ethnologie an den Universitäten Freiburg, FU Berlin, TU Berlin und The University of St. Louis/Missouri. Seit 2014 lehrt sie als ordentliche Professorin für Philosophie mit dem Schwerpunkt Ethik und Ästhetik an das philosophische Institut der Universität Bochum. Ihre Schwerpunkte sind die Themen Schuld und Verantwortung, die Geschichte der Lüge, das Verhältnis von Ethik und Ästhetik sowie Meinungsfreiheit und Wissenschaftsfreiheit.