Die Zukunft des Ems-Dollart-Ästuars – wie können Umweltprobleme bewältigt werden?

Kick-off meeting des Projekts "Future-Ems” am 6. und 7. März 2012 am Hanse-Wissenschaftskolleg

Die Ems-Dollart-Mündung ist für die benachbarten Regionen in den Niederlanden und in Deutschland von großer ökologischer und wirtschaftlicher Bedeutung. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich jedoch die Umweltbedingungen im Ems-Dollart deutlich verschlechtert, Schwebstofffracht und Tidenhub sind zum Beispiel gestiegen. Damit ist das Risiko einer Sturmflut auf der Seeseite des Sperrwerks in Gandersum erhöht, Häfen und Kanäle verschlicken zunehmend und der ökologische Wert sinkt.

In einem bilateralen, multidisziplinären Projekt arbeiten niederländische und deutsche Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen, wie Ozeanographie, Mathematik, Geologie  und Biologie nun zusammen, um das Wissen über den Ems-Dollart wesentlich zu erweitern und neue Werkzeuge für die Lösung praktischer Probleme zu entwickeln. Ziel des Projekts ist ein Computermodel, das das Verhalten der Ems im Detail simulieren kann. Dieses Werkzeug soll das Gespräch zwischen Wissenschaftlern und Entscheidungsträgern anregen – etwa darüber, wie geeignete, günstige und umweltfreundliche Maßnahmen ergriffen werden können, um den ökologischen Wert des Systems zu verbessern und gleichzeitig die wichtige wirtschaftliche Rolle für die Region zu erhalten.

Im Dezember 2011 ist das Projekt  "Impact of climate change and human intervention on hydrodynamics and environmental conditions in the Ems-Dollart estuary: an integrated data-modelling approach” (Future-Ems) gestartet. Während der vierjährigen Laufzeit werden die Forscher neue Umweltdaten erheben, bestehende Datensätze integrieren sowie ein numerisches Model des Systems verbessern und erweitern. Dieses Model wird genutzt werden, um die Reaktionen bestimmter Eigenschaften des Ems-Dollart-Systems – wie Strömungsdynamik, Sedimenttransport und -ablagerung , Sauerstoff- und Phytoplanktongehalt, auf den Klimawandel einerseits (Meeresspiegelanstieg, Veränderungen in der Sturmhäufigkeit und Gezeiteneinfluss) und menschliche Eingriffe andererseits abzuschätzen. Zusätzlich werden die Wissenschaftler mit einfachen Modellen das Verständnis von Schlüsselprozessen in der Ems vertiefen.

Das Projekt "Future-Ems" wird mit 500.000 Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der niederländischen Organisation für wissenschaftliche Untersuchungen/Forschung (NWO) finanziert.

Das Kick-off meeting des Projekts "Future-Ems” wird am 6. und 7. März 2012 am Hanse-Wissenschaftskolleg in Delmenhorst stattfinden.

Partner des Projekts sind:

  • Institute for Marine and Atmospheric Research, Universität Utrecht (Huib de Swart),
  • Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM), Universität Oldenburg (Thomas Badewien),
  • Delft Institute of Applied Mathematics/Mathematical Physics, Technische Universität Delft (Henk Schuttelaars),
  • Helmholtz-Zentrum Geesthacht Zentrum für Materialforschung und Küstenforschung (HZG) (Emil Stanev),
  • JRG Meeresspiegelanstieg und Küstenerosion Exzellenzcluster Ozean der Zukunft und Institut für Geowissenschaften, Universität Kiel (Kerstin Schrottke),
  • Water Engineering and Management Department , Universität Twente (Pieter Roos),
  • Marine Sedimentologie,  Senckenberg am Meer, Wilhelmshaven (Alexander Bartholomä),
  • Bundesanstalt für Gewässerkunde, Koblenz (Andreas Schöl).

Kontakt (Kick-off meeting):

Dr. Thomas Badewien, ICBM Universität Oldenburg, Tel.:  +49 441 798 8240 E-mail: badewien@icbm.de

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