19. November 2026
Thema/Inhalt des Workshops
Der Workshop untersucht das Zusammenspiel von Sprachlichkeit, Identitätskonstruktion und Lernprozessen in mehrsprachigen Kontexten. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie mehrsprachige Repertoires in Bildungsprozessen wirksam werden und welche Konsequenzen sich daraus für Unterricht, Lehrer:innenbildung und gesellschaftliche Teilhabe ergeben. Ziel ist die Entwicklung gemeinsamer theoretischer Perspektiven und empirisch anschlussfähiger Forschungsfragen.
Theoretische Verankerung
Der Workshop basiert auf einem Verständnis von Sprachlichkeit als dynamischer sozialer Praxis (languaging), die sich nicht auf einzelne Sprachen als abgeschlossene Systeme reduzieren lässt.
Mehrsprachigkeit wird als Nutzung individueller sprachlicher Repertoires verstanden, die eng mit Identitätskonstruktionen und gesellschaftlichen Positionierungen verbunden sind.
Lernprozesse werden aus einer mehrsprachigkeitsdidaktischen Perspektive als komplexe, dynamische und transferbasierte Prozesse aufgefasst, bei denen vorhandene sprachliche Ressourcen aktiviert werden. Konzepte wie Translanguaging, Interkomprehension und receptive multilingualism bieten theoretische Zugänge zur Beschreibung solcher Prozesse.
Zugleich wird Mehrsprachigkeit als gesellschaftlich umkämpfte Ressource betrachtet, deren Wahrnehmung zwischen Anerkennung, Defizitdiskursen und Machtverhältnissen oszilliert.
Methodische Umsetzung / Arbeitsweise im Workshop
Der Workshop folgt dem Prinzip einer interdisziplinären Schreibkonferenz im World-Café-Format. Nach theoretischen Impulsen werden die eingebrachten Forschungsfragen thematisch gebündelt und in mehreren Arbeitsstationen bearbeitet. Die Teilnehmenden wechseln zwischen den Stationen, diskutieren theoretische Zugänge, Forschungsdesigns und mögliche Kooperationen und dokumentieren ihre Ergebnisse fortlaufend. Anschließend werden die Ergebnisse im Plenum zusammengeführt und zu gemeinsamen Forschungsperspektiven sowie möglichen Arbeitsgruppen weiterentwickelt.
Cluster 1: Sprachlichkeit, Repertoires und mehrsprachiges Lernen
Leitfrage: Wie nutzen Lernende ihre sprachlichen Ressourcen für Lern- und Verstehensprozesse?
Cluster 2: Identität, Zugehörigkeit und Positionierung
Leitfrage: Wie entstehen sprachliche Identitäten und Zugehörigkeiten in mehrsprachigen Kontexten?
Cluster 3: Macht, Sprachideologien und gesellschaftliche Diskurse
Leitfrage: Welche gesellschaftlichen Vorstellungen prägen den Umgang mit Mehrsprachigkeit?
Cluster 4: Interaktion, Mediation und kommunikative Praktiken
Leitfrage: Wie wird Mehrsprachigkeit in Interaktionen genutzt und ausgehandelt?
Cluster 5: Unterricht, Professionalisierung und digitale Transformation
Leitfrage: Welche Konsequenzen ergeben sich für Unterricht und Lehrer:innenbildung?