Brain

Die Neuro- und Kognitionswissenschaften am Hanse-Wissenschaftskolleg stehen unter dem Motto „Hirnwelten“. Unter diesem Motto sollen drei Aspekte betrachtet werden:

  • die Repräsentation der Welt im Gehirn und die Formung des Gehirns durch die Umwelt,
  • die Einflüsse neurowissenschaftlicher Erkenntnisse auf unsere Selbstwahrnehmung als Gehirne in der Welt und die Formung der Umwelt durch unsere Gehirne,
  • der Gesichtspunkt der Kulturellen Intelligenz, der die ersten beiden Aspekte verbindet.

Mehr im Bereich

Die Welt im Gehirn

Unsere Umwelt bildet sich in unseren Gehirnstrukturen und -funktionen ab. Das bedeutet auch, dass unser Gehirn durch Umwelteinflüsse, mentale Vorstellungen, interne Regulierungsprozesse usw. verändert wird. Dies kann sogar zu dauerhaften, individuell spezifischen Veränderungen der funktionellen Architektur führen, die wiederum Auswirkungen auf unser Erleben und Verhalten haben. Das Entstehen und die Veränderung dieser „Welt im Gehirn“ kann durch biologische Faktoren, aber auch kulturelle Aspekte beeinflusst werden. Einige Leitfragen zu diesem Thema:

  • Wie nehmen wir unsere Umwelt wahr? Welche perzeptuellen, kognitiven, emotionalen, motivationalen und soziokulturellen Prozesse spielen dabei eine Rolle?
  • Was geschieht bei Schädigungen des Gehirns? Wie können Funktionsausfälle kompensiert oder Funktionen wiederhergestellt werden?
  • Wie beeinflussen wir unsere Welt im Gehirn? Welche Auswirkungen hat dies auf unsere Hirnstrukturen und -funktionen?
  • Welche neuronalen Prozesse liegen all diesen Fähigkeiten zugrunde? Können diese Prozesse verändert werden und auf welche Weise?
Es ist das interdisziplinäre Klima, welches das Arbeiten am Hanse-Wissenschaftskolleg auszeichnet.
Prof. Mark Hauber, University of Illinois Urbana-Champaign (Fellow BRAIN)

Gehirne in der Welt

Neurowissenschaftliche Erkenntnisse haben in den letzten Jahrzehnten einen immer stärkeren Einfluss auf unser Alltagsleben genommen: Sie beeinflussen in wachsendem Maße das Selbstbild des Menschen, das Verständnis soziokultureller Prozesse sowie andere Wissenschaftsbereiche. Individuen und Gesellschaften werden sich zunehmend bewusst, dass wir durch unsere neuronale Ausstattung geprägt sind. Wir nehmen uns also selbst als „Gehirne in der Welt“ wahr und unsere soziale Umwelt als „eine Welt der Gehirne“. Einige Leitfragen zu diesem Themenbereich sind hier zusammengestellt:

  • Welche Auswirkungen haben Erkenntnisse über unsere biologisch-genetische Ausstattung und den Zusammenhang von Gehirn und Geist auf die Neuro- und Kognitionswissenschaften und angrenzenden Wissenschaftsbereiche?
  • Welche Effekte hat neurowissenschaftliche Forschung auf unser individuelles, soziales und soziokulturelles Selbstbild? Wie prägen wir durch unsere Gehirne die Welt?
  • Welche praktischen Anwendungen der neuesten Erkenntnisse der Neuro- und Kognitionswissenschaften sind denkbar (z.B. Lernforschung, Pädagogik, Medizin etc.)?
  • Wie kann unsere Umwelt optimal an die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns angepasst werden?
  • Welche technischen Lösungen können von neurowissenschaftlichen Erkenntnissen profitieren?
  • Welche Grenzen und ethischen Problem ergeben sich aus neurowissenschaftlicher Forschung?

Kulturelle Intelligenz als Bindeglied zwischen Gehirn und Welt

Die „Spezies Mensch“ unterscheidet sich von anderen Arten vor allem dadurch, dass wir einen Zusammenhang zwischen Gehirn, Geist und Umwelt herzustellen versuchen. Diese Besonderheit wird mit dem Begriff der „Kulturellen Intelligenz“ bezeichnet, z.B. die Bildung kulturell definierter Gruppen, die Entwicklung einer „Theorie des Geistes“ und Empathie, oder das Reflektieren über das Selbst, die Menschheit und den Sinn der Existenz. Auch zu diesem Thema haben wir einige Leitfragen zusammengestellt:

  • Welche Aspekte des Menschseins sind über alle Kulturen hinweg konstant (Universalien)? Lassen sich daraus Erkenntnisse über die Besonderheit der menschlichen Spezies ableiten?
  • Welche neuronalen Strukturen und Funktionen repräsentieren humanspezifische Eigenschaften?
  • Wie entsteht "Kulturelle Intelligenz" in der individuellen und in der Stammesentwicklung? Wie sehen zukünftige Stufen der Evolution im Hinblick auf diese Fähigkeiten aus?
  • Können neuro- und kognitionswissenschaftliche Konzepte bei der Beantwortung grundlegender Fragen der menschlichen Existenz helfen?

Bewerbungen im Bereich BRAIN

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